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2/2017: Kritik in Ethik und Gesellschasft

Zehn Jahre »Ethik und Gesellschaft« – Ein Call for Papers

»Das Prekariat wurde entdeckt – und zum Objekt sozialstaatlicher Inklusionspolitiken gemacht. Die Sozialethik, die sich zunehmend unter den Grundsatz der Beteiligungsgerechtigkeit stellt, findet daran ihr Wohlgefallen: Die Menschen, die nicht wie alle anderen zur Gesellschaft dazugehören, denen deshalb vergleichbare Beteiligungschancen verwehrt werden, werden ins Zentrum sozialpolitischer Aufmerksamkeit gerückt. Doch bei näherem Hinsehen entpuppen sich die neue Aufmerksamkeit für das Prekariat und damit auch das neue sozialstaatliche Inklusions- und Aktivierungsprogramm als äußerst zweischneidig: Erst mit seiner ›Entdeckung‹ wird das Prekariat gemacht - und es wird zugleich politisch benutzt. Dadurch, dass der Sozialstaat mit seiner Inklusion beschäftigt wird, landen die ›Hilfebedürftigen‹ genau dort, wo sie der Analyse ihrer Hilfebedürftigkeit zufolge sind, ›außerhalb‹ der Gesellschaft und ohne vergleichbare Beteiligungschancen. Geboten ist daher eine kritische Sicht auf die neue Sozialpolitik, ihr herausragendes Interesse am Prekariat und das Programm ›Fordern und Fördern‹.« (Editorial EuG 1/2017)

Das dem Thema »Prekariat« gewidmete Editorial zum ersten Heft der internetbasierten ökumenischen Zeitschrift »Ethik und Gesellschaft« drückt wesentliche Intentionen des – damals noch mehrheitlich als wissenschaftliche Mitarbeitende beschäftigten – Herausgebenden- und Redaktionskreises, die auch in der Gründung der Zeitschrift leitend waren, aus: Das Interesse an einer auf der Basis von Gerechtigkeits- Solidaritäts- und Anerkennungsprinzipien gesellschaftskritischen,
sozialwissenschaftlich informierten und ökumenisch ausgerichteten wissenschaftlichen Plattform, die gerade auch für NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen offen sein sollte.

Aus diesem Grund erscheint es uns angemessen, zum zehnjährigen Jubiläum der EuG ein Heft zur Bedeutung der Kritik aus der Sicht von jüngeren WissenschaftlerInnen (DoktoranndInnen oder PostDocs) zu gestalten. Daher möchten wir Nachwuchskräfte aus der Ethik und der Sozialwissenschaft dafür gewinnen, ihre Beiträge zu einem Themenheft mit dem Titel »Kritik in Ethik und Gesellschaft« einzureichen. Beiträge erbitten wir bis spätestens 01.09.2017 an matthias.moehring-hesse@uni-tuebingen.de oder torsten.meireis@hu-berlin.de.
Layout- und Redaktionshinweise sind unter www.ethik-und-gesellschaft.de zu finden. 

Redalktion: Torsten Meireis und Matthias Möhring-Hesse

 


 



 

Schreiben für ethik und gesellschaft

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