Buchreihe

ethikundgesellschaft

 

Herausgegeben von Prof. Dr. Michelle Becka, Prof. Dr. Bernhard Emunds, Prof. Dr. Johannes Eurich, Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke, Prof. Dr. Torsten Meireis und Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse

In der Buchreihe ethikundgesellschaft werden Themen der theologischen Sozialethik bearbeitet – im Fach Sozialethik oder aus wirtschafts- oder sozialwissenschaftlichen Disziplinen heraus und mit Bezug zur Sozialethik.

Die Buchreihe ist ökumenisch orientiert: Fragen der sozialen Ordnung stellen sich theologisch nicht länger auf konfessionellen Bahnen, sondern bedürfen einer gemeinsamen, ökumenischen Bearbeitung in einer gemeinsamen, ökumenischen Sprache.

Die Buchreihe ist interdisziplinär ausgerichtet: Nur mit Bezug auf sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Expertise lassen sich Themen der sozialen Ordnung sozialethisch reflektieren, wie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der normativen Reflexion ihrer Begriffe, Konzepte und Theorien bedürfen.

Die Buchreihe versteht sich als Beitrag zu einer kritischen öffentlichen Theologie: Öffentlich und kirchlich relevant wird die theologische Sozialethik, wenn sie zu zeigen vermag, dass, was gesellschaftlich bestimmend ist, nicht schon deshalb gerecht ist, weil es besteht und alternativlos scheint.

In der Buchreihe erscheinen Monografien, u.a. Qualifikationsarbeiten aus dem Bereich der theologischen Sozialethik, und interdisziplinäre Sammelbände zu sozialethischen Themen. Die Buchreihe begleitet diese Internetzeitschrift mit demselben Namen und ähnlicher Ausrichtung.

ethikundgesellschaft erscheint im Nomos-Verlag, Baden-Baden. Link zur Verlagsseite.

 

Titel

Katja Winkler
Semantiken der Befähigung
Die Rezeption des Capabilities Approach in der theologischen Sozialethik
 
 
2016, 379 S., Broschiert,
ISBN 978-3-8487-2572-4  
 

„Befähigung“ ist in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Begriff sowohl in der politischen Philosophie als auch in der Sozialpolitik geworden. Was damit gemeint ist, ist freilich umstritten.

Der Band versucht, die Bedeutungsgehalte des Befähigungsbegriffs und darüber seine Leistungsfähigkeit für die sozialphilosophische und die politische Diskussion zu klären. Dabei bleibt die Autorin nicht bei der Beschäftigung mit dem Capabilities Approach nach Martha Nussbaum und Amartya Sen stehen, sondern analysiert vor allem die Rezeptionen des Befähigungsansatzes und zwar speziell im Bereich der theologischen Ethik.

Als zentrales Problem sowohl des Capabilities Approach als auch der theologischen Ethik wird deren Liberalismusfähigkeit herausgearbeitet. Eine Auseinandersetzung darüber, wie und ob mit dem Befähigungskonzept sozialethisch ein „liberales Minimum“, durch das die Freiheit jedes und jeder einzelnen gewährleistet werden kann, ist das Ergebnis der Untersuchung.

 

Torsten Meireis, Rolf Schieder (Eds.)
Religion and Democracy.
Studies in Public Theology

 

2017, 181 pp.,
ISBN 978-3-8487-4135-9

 

"Democracy isn´t dead, it just smells funny." This variation about a quip on jazz by Frank Zappa sums up our current experience with democracy: even though most countries profess to have some sort of democracy, a change for the worse seems underfoot. As public theology has a strong affinity to democracy, a critical, interdisciplinary, ecumenical an dinterreligious assesment of how religions may help in furthering democratic forms of government seems appropriate. This book tries to undertake steps in this direction. It consists of three sections: the first tries to identify challenges and resources in the relationship between religion and democracy. The second part reflects on the framework of that relationship and the third section tries to identify examples of tasks that need to be accomplished. All the texts have been contributed by the members of the newly founded  Berlin Institute for Public Theology, who agree on the necessity of a public theological effort, especially with regard to the question of democracy, but disagree on what this effort needs to consist in.

Contributions by Andreas Feldtkeller, Eva Harasta, Florian Höhne, Mouez Khalfaoui, Torsten Meireis, Matthias Möring-Hesse, Marcia Pally, Rolf Schieder, Christine Schliesser and Clemens Wustmans.

 

Bernhard Emunds
Christliche Sozialethik - Orientierung welcher Praxis?
Friedhelm Hengsbach SJ zu Ehren


2018, 396 S.
ISBN 978-3-8487-5122-8


Welche Problemlagen fordern Christen heute heraus, sich politisch zu engagieren? In welchen Formen reagieren sie darauf? Wie soll sich Christliche Sozialethik auf solche „Politik aus dem Glauben“ beziehen und wie kann sie diese orientierend unterstützen?

Das Buch ist dem Theorie-Praxis-Verhältnis der Christlichen Sozialethik gewidmet, das für das Denken von Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ zentral ist. Aus Anlass seines 80. Geburtstags setzen sich 22 namhafte Autorinnen und Autoren mit dieser Fragestellung auseinander. Neben Beiträgen zum Wandel der politischen Praxis von Christen und Grundlagenreflexionen zum Status der Sozialethik als praktischer Wissenschaft enthält der Band Untersuchungen zu politischen Antworten auf Digitalisierung, europäische Krise und Rechtspopulismus sowie Artikel, in denen exemplarisch aufgezeigt wird, wie Sozialethik zur Orientierung sozialpolitischen oder wirtschaftlichen Handelns beitragen kann. Das Buch endet mit einer Antwort Friedhelm Hengsbachs.

Mit Beiträgen von
Anika Christina Albert, Michelle Becka, Rainer Bucher, Bernhard Emunds, Johannes Eurich, Karl Gabriel, Stephan Goertz, Friedhelm Hengsbach SJ, Hans-Joachim Höhn, Traugott Jähnichen, Judith Könemann, Bernhard Laux, Walter Lesch, Andreas Lob-Hüdepohl, Torsten Meireis, Dietmar Mieth, Matthias Möhring-Hesse, Martin Schneider, Michael Schramm, Christian Spieß, Johannes Ulrich, Markus Vogt, Günter Wilhelm und Katja Winkler

 

Sabine Plonz
Wirklichkeit der Familie und protestantischer Diskurs
Ethik im Kontext von Reproduktionsverhältnissen, Geschlechterkultur und Moralregime

2018, 536 S.
ISBN 978-3-8487-5070-2


Was macht heute die Wirklichkeit der Familie aus und wie erklärt sich ihre Vernachlässigung im protestantisch-ethischen Diskurs? Beide Fragen hängen sachlich zusammen: Sabine Plonz entwickelt einen praxis- und regimetheoretischen Begriff der Familie, der normative Aspekte einbezieht. Sie stellt dar, wie restaurativ und patriarchalisch denkende protestantische Akteure die Ideologie- und Sozialgeschichte von Wohlfahrtsstaat und Familie beeinflusst haben; und sie zeigt, wie diese Moraldiskurse den Regimewandel spiegeln. Viele Quellenzitate machen die Rekonstruktion lebendig. Überlegungen zu einer evangelischen Ethik des privaten Lebens nehmen die gewonnenen Einsichten auf.
Das Werk konfrontiert die Theologie erstmals mit hegemonie-, geschlechter- und religionskritischen Analysen ihrer Diskurse. Es ergänzt die Familien-, Wohlfahrts- und Geschlechterforschung um die Dimension des Moralregimes. So eröffnet das engagiert geschriebene Buch neue Perspektiven für Ethik und politische Praxis.