Die Ordnung des Weiblichen. Zur normativen Struktur und rechtlichen Konkretisierung von Misogynie im Licht von Kate Mannes »Down Girl«

Judith Hahn

Abstract


Kate Mannes Studie Down Girl legt Forschenden im Feld von Recht und Religion zwei Fragen zur näheren Betrachtung nah. Eine Grundlagenfrage ist, wie sich Mannes Konstruktion geschlechterbezogener Ansprüche und Verpflichtungen normtheoretisch erfassen lässt. Insofern Manne die patriarchalische Gesellschaft als ein System kennzeichnet, in dem Frauen zu geben verpflichtet und Männer zu nehmen berechtigt sind, macht sie kenntlich, dass Misogynie ein normatives Projekt ist, zu dessen tieferem Verständnis die Normtheorie beitragen kann. Mit Blick auf konkrete Rechtsordnungen ist zu vermuten, dass sich im Recht patriarchalischer Institutionen Normen entdecken lassen, die das misogyne Projekt stützen. Eine Sichtung des geltenden kanonischen Rechts hilft, diese in der katholischen Kirche zu erkennen.

Kate Manne’s book Down Girl confronts scholars of law and religion with a number of questions: one fundamental question is how to interpret Manne’s findings on gender-related duties and obligations in the light of norm theory. Manne understands patriarchal society as a system which obliges women to give to men, and entitles men to take from women. Manne’s perspective reveals the normative structure of misogyny, which norm theory might help to explain. Studying the law of patriarchal institutions is also destined to reveal norms which support misogyny. By studying current canon law, this article exposes some of these norms in the Catholic Church.

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DOI: http://dx.doi.org/10.18156/eug-2-2020-art-2

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